Einleitung
Boxen hat im Laufe seiner Geschichte außergewöhnliche Champions hervorgebracht. Einige wurden wegen ihrer Schlagkraft berühmt, andere überzeugten mit Geschwindigkeit, perfekter Defensive oder einer taktischen Intelligenz, die ihre Gegner kaum entschlüsseln konnten. Wer über die 10 besten Boxer der Welt spricht, muss deshalb nicht nur Siege und Weltmeistertitel betrachten. Ebenso wichtig sind die Qualität der Gegner, die Länge der Karriere, historische Rekorde und der Einfluss, den ein Boxer auf seinen Sport hatte.
Eine vollkommen objektive Rangliste gibt es nicht. Ein Schwergewichtler aus den 1960er-Jahren lässt sich kaum direkt mit einem modernen Weltergewichtler vergleichen. Trotzdem tauchen bestimmte Namen in historischen Diskussionen immer wieder auf. Muhammad Ali, Sugar Ray Robinson, Floyd Mayweather Jr., Manny Pacquiao oder Joe Louis gehören dazu, weil ihre Leistungen weit über einzelne spektakuläre Kämpfe hinausgingen.
| Boxer | Geboren | Nationalität | Größe | Gewichtsklasse(n) | Profibilanz | Größter Erfolg |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Muhammad Ali | 17. Januar 1942 | USA | ca. 1,91 m | Schwergewicht | 56–5 | Dreimal Schwergewichts-Weltmeister |
| Sugar Ray Robinson | 3. Mai 1921 | USA | ca. 1,80 m | Welter-/Mittelgewicht | 175–19–6 | Mehrfacher Weltmeister, Pound-for-Pound-Legende |
| Floyd Mayweather Jr. | 24. Februar 1977 | USA | ca. 1,73 m | Mehrere Klassen | 50–0 | Ungeschlagener Champion in fünf Gewichtsklassen |
| Manny Pacquiao | 17. Dezember 1978 | Philippinen | ca. 1,66 m | Mehrere Klassen | 62–8–3 | Weltmeister in acht Gewichtsklassen |
| Joe Louis | 13. Mai 1914 | USA | ca. 1,88 m | Schwergewicht | 66–3 | 25 erfolgreiche Titelverteidigungen |
| Roberto Durán | 16. Juni 1951 | Panama | ca. 1,70 m | Mehrere Klassen | 103–16 | Weltmeister in vier Gewichtsklassen |
| Mike Tyson | 30. Juni 1966 | USA | ca. 1,78 m | Schwergewicht | 50–7* | Jüngster Schwergewichts-Weltmeister |
| Henry Armstrong | 12. Dezember 1912 | USA | ca. 1,66 m | Feder-/Leicht-/Weltergewicht | 152–21–9 | Drei Weltmeistertitel gleichzeitig |
| Julio César Chávez | 12. Juli 1962 | Mexiko | ca. 1,71 m | Mehrere Klassen | 107–6–2 | Weltmeister in drei Gewichtsklassen |
| Rocky Marciano | 1. September 1923 | USA | ca. 1,79 m | Schwergewicht | 49–0 | Ungeschlagener Schwergewichts-Champion |
1. Muhammad Ali
Muhammad Ali wurde am 17. Januar 1942 als Cassius Marcellus Clay Jr. in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky geboren. Schon als Amateur zeigte sich sein außergewöhnliches Talent. Bei den Olympischen Spielen 1960 gewann er Gold im Halbschwergewicht. Anschließend wechselte er zu den Profis und wurde innerhalb weniger Jahre zu einem der größten Stars des Sports. Seine Profibilanz endete bei 56 Siegen und fünf Niederlagen, 37 seiner Siege gelangen durch Knockout.
1964 trat der junge Clay gegen den gefürchteten Sonny Liston um die Schwergewichtskrone an. Nur wenige Experten hatten ihm einen Sieg zugetraut, doch Liston gab nach der sechsten Runde auf. Ali war Weltmeister. Entscheidend war nicht nur sein Erfolg, sondern auch sein ungewöhnlicher Stil. Für einen Schwergewichtler bewegte er sich außergewöhnlich schnell, arbeitete hervorragend mit dem Jab und verließ sich auf Reflexe, Beinarbeit und enorme Handgeschwindigkeit.
Zu seinen bekanntesten Kämpfen gehört der „Rumble in the Jungle“ gegen George Foreman im Jahr 1974. Ali ließ den aggressiven Foreman über viele Runden arbeiten, fing zahlreiche Schläge an den Seilen ab und nutzte seine berühmte „rope-a-dope“-Taktik. In der achten Runde stoppte er Foreman und eroberte die Schwergewichtskrone zurück. Ein Jahr später gewann er den brutalen dritten Kampf gegen Joe Frazier, den „Thrilla in Manila“. 1978 besiegte er Leon Spinks im Rückkampf und wurde dreimal Schwergewichts-Weltmeister.
Ali wurde aber nicht allein durch das Boxen zu einer historischen Persönlichkeit. Seine Haltung zu Politik, Religion, Bürgerrechten und zum Vietnamkrieg machte ihn zu einer der bekanntesten Sportfiguren des 20. Jahrhunderts. Später erhielt er unter anderem die Presidential Medal of Freedom und entzündete 1996 das olympische Feuer in Atlanta. Sein Name blieb auch lange nach seiner aktiven Karriere weltweit bekannt.
2. Sugar Ray Robinson
Sugar Ray Robinson, mit bürgerlichem Namen Walker Smith Jr., wurde 1921 geboren und gilt für viele Boxhistoriker als Maßstab für den Begriff „Pound for Pound“. Damit ist gemeint, dass ein Boxer unabhängig von seiner Gewichtsklasse nach seinen Fähigkeiten bewertet wird. Robinson kombinierte Geschwindigkeit, Beweglichkeit, Timing, Schlagkraft und technische Präzision auf einem Niveau, das selbst Jahrzehnte später beeindruckt.
Robinson begann seine Profikarriere 1940 und gewann seine ersten 40 Kämpfe. Im Weltergewicht wurde er Weltmeister, später gewann er den Mittelgewichtstitel mehrfach. Zu seinen Gegnern gehörten zahlreiche Hall-of-Fame-Boxer wie Jake LaMotta, Henry Armstrong, Carmen Basilio, Gene Fullmer und Rocky Graziano. Seine Rivalität mit LaMotta ist bis heute ein fester Bestandteil der Boxgeschichte.
Seine Karriere erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte. Robinson absolvierte mehr als 200 Profikämpfe und gewann den überwiegenden Teil davon. Besonders bemerkenswert ist, dass er in seinen besten Jahren über lange Zeit fast nicht zu schlagen war. Robinson war nicht der körperlich größte Boxer, doch seine Balance zwischen offensiven und defensiven Fähigkeiten machte ihn zu einem vollständigen Kämpfer.
Viele Experten betrachten ihn deshalb bis heute als einen der technisch besten Boxer, die jemals im Ring standen. Seine Bewegungen, seine Kombinationen und seine Fähigkeit, unterschiedliche Gegner zu lesen, beeinflussten viele spätere Champions.
3. Floyd Mayweather Jr.
Floyd Mayweather Jr., geboren am 24. Februar 1977, stammt aus einer echten Boxerfamilie. Sein Vater Floyd Mayweather Sr. war Profiboxer, ebenso seine Onkel Roger Mayweather und Jeff Mayweather. Diese Umgebung prägte seine Entwicklung früh. Bei den Olympischen Spielen 1996 gewann Mayweather Bronze, bevor er noch im selben Jahr ins Profilager wechselte.
Sein bekanntester Rekord ist seine Profibilanz von 50 Siegen aus 50 Kämpfen. Mayweather wurde Weltmeister in fünf Gewichtsklassen und besiegte während seiner Karriere zahlreiche hochklassige Gegner. Dazu gehörten Diego Corrales, José Luis Castillo, Oscar De La Hoya, Ricky Hatton, Shane Mosley, Miguel Cotto, Canelo Álvarez und Manny Pacquiao.
Mayweather perfektionierte einen defensiv orientierten Stil, bei dem Distanzgefühl, Schulterarbeit, Reflexe und präzise Konter im Mittelpunkt standen. Er war besonders gut darin, während eines Kampfes die Gewohnheiten seines Gegners zu erkennen und seine Taktik anzupassen. Genau das machte es so schwer, ihn klar zu treffen oder über zwölf Runden auszupunkten.
Außerhalb des Rings machte er seinen Spitznamen „Money“ zu einer Marke und präsentierte öffentlich einen auffallend luxuriösen Lebensstil. Teure Autos, Schmuck, Reisen und Geschäftsprojekte wurden Teil seines öffentlichen Images. Sportlich bleibt jedoch vor allem seine Fähigkeit in Erinnerung, über viele Jahre gegen Weltklassegegner ungeschlagen zu bleiben.
4. Manny Pacquiao
Manny Pacquiao wurde am 17. Dezember 1978 auf den Philippinen geboren. Seine Geschichte unterscheidet sich deutlich von der vieler anderer Boxstars. Er wuchs in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen auf und begann seine Profikarriere in den leichteren Gewichtsklassen.
Über die Jahre nahm er erheblich an Gewicht zu, ohne Geschwindigkeit und Explosivität vollständig zu verlieren. Genau diese Entwicklung führte zu einem Rekord, der seinen Platz in der Boxgeschichte praktisch garantiert.
Pacquiao gewann große Weltmeistertitel in acht verschiedenen Gewichtsklassen. Seine Karriere führte ihn vom Fliegengewicht bis in deutlich höhere Klassen. Gegner wie Marco Antonio Barrera, Erik Morales, Juan Manuel Márquez, Oscar De La Hoya, Ricky Hatton, Miguel Cotto und Floyd Mayweather gehörten zu seiner außergewöhnlich starken Gegnerliste.
Seine Kombination aus Tempo, Winkelwechseln, explosiver Beinarbeit und schnellen Schlagserien machte ihn besonders schwer auszurechnen. Viele Gegner hatten Probleme damit, seine Angriffe vorherzusehen, weil Pacquiao seine Position ständig veränderte.
Außerhalb des Rings wurde er ebenfalls zu einer bedeutenden Persönlichkeit. Er engagierte sich in der philippinischen Politik, war Senator und setzte sich in verschiedenen sozialen Projekten ein. Für viele Menschen auf den Philippinen ist Pacquiao weit mehr als nur ein Sportler.
5. Joe Louis
Joe Louis, geboren 1914 als Joseph Louis Barrow, war einer der dominantesten Schwergewichtler, die der Boxsport je gesehen hat. 1937 besiegte er James J. Braddock und wurde Weltmeister. Anschließend entwickelte sich seine Regentschaft zu einer der beeindruckendsten Serien der Boxgeschichte.
Louis hielt die Schwergewichtskrone über viele Jahre und verteidigte seinen Titel 25-mal in Folge erfolgreich. Diese Serie machte ihn zu einem Maßstab für Dominanz im Schwergewicht.
Louis verfügte über einen technisch sauberen Stil, enorme Schlagkraft und eine bemerkenswerte Ruhe im Ring. Er verschwendete kaum Bewegungen und konnte Gegner mit kurzen, präzisen Kombinationen entscheidend treffen. Anders als manche spektakulären Boxer setzte er weniger auf Show als auf Effizienz.
Seine Bedeutung reichte gleichzeitig weit über den Sport hinaus. Besonders sein Rückkampf gegen den Deutschen Max Schmeling 1938 erhielt vor dem Hintergrund der politischen Spannungen vor dem Zweiten Weltkrieg enorme gesellschaftliche Bedeutung.
Louis wurde zu einer nationalen Sportfigur in den Vereinigten Staaten und durchbrach als afroamerikanischer Champion zahlreiche gesellschaftliche Barrieren. Damit gehört er nicht nur wegen seiner Titelverteidigungen zu den wichtigsten Boxern aller Zeiten.
6. Roberto Durán
Roberto Durán wurde 1951 in Panama geboren und wuchs unter einfachen Bedingungen auf. Bereits mit 16 Jahren wurde er Profi. Sein aggressiver Stil, seine körperliche Härte und seine außergewöhnliche Schlagkraft brachten ihm den Spitznamen „Manos de Piedra“ – Hände aus Stein ein.
Durán war jedoch keineswegs nur ein Schläger. In seiner besten Zeit verfügte er über hervorragende defensive Instinkte, gutes Timing und enormes Können im Nahkampf. Er konnte Gegner unter Druck setzen, ohne dabei völlig offen zu stehen.
1972 besiegte Durán Ken Buchanan und wurde Weltmeister im Leichtgewicht. Später stieg er durch mehrere Gewichtsklassen auf. Einer seiner größten Siege kam 1980 gegen Sugar Ray Leonard, als Durán den technisch brillanten Amerikaner über 15 Runden bezwang.
Später holte er weitere Weltmeistertitel und wurde Champion in vier Gewichtsklassen. Besonders bemerkenswert war seine Langlebigkeit. Durán trat über mehrere Jahrzehnte als Profi an und gehörte auch im höheren Alter noch zu den bekannten Namen des Sports.
Seine kompromisslose Art machte ihn vor allem in Lateinamerika zu einer Sportikone. Viele Fans schätzten nicht nur seine Schlagkraft, sondern auch seinen Stolz und seine Leidenschaft im Ring.
7. Mike Tyson
Mike Tyson wurde am 30. Juni 1966 in Brooklyn geboren. Als Jugendlicher geriet er immer wieder in Schwierigkeiten, bevor Boxtrainer Cus D’Amato sein außergewöhnliches Potenzial erkannte.
Tyson entwickelte unter D’Amato und dessen Team einen explosiven Stil, der auf der Peek-a-Boo-Deckung, schnellen Kopfbewegungen und extrem aggressiven Kombinationen basierte. Trotz seiner relativ geringen Größe für einen Schwergewichtler konnte Tyson Distanzen blitzschnell überbrücken.
Am 22. November 1986 schrieb er Geschichte. Mit nur 20 Jahren und 145 Tagen besiegte er Trevor Berbick und wurde damit der jüngste Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte.
Wenig später vereinigte er die großen Titel. Besonders eindrucksvoll war sein Sieg gegen Michael Spinks 1988. Tyson benötigte nur wenig mehr als eine Minute, um den zuvor ungeschlagenen Gegner zu stoppen.
Tysons Karriere verlief allerdings nicht ohne schwere Rückschläge. 1990 verlor er überraschend gegen James „Buster“ Douglas. Später folgten weitere sportliche und persönliche Probleme.
Trotzdem beendete er seine klassische Profikarriere mit 50 Siegen, sechs Niederlagen und 44 Knockouts. Nach seiner aktiven Zeit blieb Tyson durch Medienauftritte, Shows, Podcasts und verschiedene Geschäftsprojekte eine weltweit bekannte Persönlichkeit.
8. Henry Armstrong
Henry Armstrong gehört zu den Boxern, deren Leistungen im modernen Sport nur schwer vorstellbar sind. Er wurde 1912 als Henry Jackson Jr. geboren und trat in mehreren Gewichtsklassen an.
Armstrong war kein Boxer, der seinen Gegnern viel Raum ließ. Er erzeugte permanent Druck, arbeitete mit einer extrem hohen Schlagfrequenz und zwang seine Gegner dadurch zu einem enormen Tempo.
Sein größter Erfolg gelang ihm 1937 und 1938. Armstrong gewann zunächst den Weltmeistertitel im Federgewicht, anschließend den Titel im Weltergewicht und schließlich die Krone im Leichtgewicht.
Damit hielt er drei Weltmeistertitel verschiedener Gewichtsklassen gleichzeitig. Diese Leistung macht Armstrong zu einem der außergewöhnlichsten Champions der Boxgeschichte.
Seine historische Größe zeigt sich auch daran, dass er seine Titel häufig verteidigte und immer wieder gegen anspruchsvolle Gegner antrat. Armstrong gewann weit über 150 Profikämpfe und wird deshalb regelmäßig in Diskussionen über die besten Pound-for-Pound-Boxer aller Zeiten genannt.
9. Julio César Chávez
Julio César Chávez wurde am 12. Juli 1962 in Ciudad Obregón in Mexiko geboren. Er wurde zu einem der größten Sporthelden seines Landes und verkörperte einen Stil, den viele Fans mit der mexikanischen Boxtradition verbinden.
Sein Kampfstil war geprägt von ständigem Vorwärtsdruck, enormer Widerstandskraft, präzisen Körpertreffern und der Bereitschaft, einen Kampf auch in unmittelbarer Nähe zum Gegner zu führen.
Chávez gewann Weltmeistertitel in drei Gewichtsklassen. Besonders bemerkenswert war der Beginn seiner Karriere. Bevor er seine erste Prof Niederlage hinnehmen musste, stand seine Bilanz bei beeindruckenden 89 Siegen, keiner Niederlage und einem Unentschieden.
Zu seinen bekanntesten Kämpfen gehört der dramatische Sieg gegen Meldrick Taylor im Jahr 1990. Chávez stoppte Taylor kurz vor dem Ende des Kampfes und sorgte damit für eines der meistdiskutierten Enden der Boxgeschichte.
1993 kämpfte Chávez vor mehr als 130.000 Zuschauern im Estadio Azteca gegen Greg Haugen. Seine Popularität in Mexiko erreichte Dimensionen, die weit über normale Sportbekanntheit hinausgingen.
Chávez beendete seine lange Karriere mit mehr als 100 Siegen und bleibt bis heute ein Symbol des mexikanischen Boxsports.
10. Rocky Marciano
Rocky Marciano wurde 1923 in Massachusetts geboren. Er war mit rund 1,78 Metern für einen Schwergewichtler seiner Zeit nicht besonders groß und verfügte auch nicht über die elegante Technik eines Muhammad Ali.
Was ihn auszeichnete, waren enorme Schlagkraft, hervorragende Kondition, körperliche Widerstandsfähigkeit und ein nahezu unerschöpflicher Siegeswille.
1952 gewann Marciano gegen Jersey Joe Walcott die Schwergewichtskrone. Obwohl er früh im Kampf zu Boden ging, kämpfte er sich zurück und stoppte Walcott später durch Knockout.
Während seiner Regentschaft verteidigte er den Titel unter anderem gegen Roland LaStarza, Ezzard Charles, Don Cockell und Archie Moore. Marciano setzte seine Gegner ständig unter Druck und konnte auch in späten Runden noch gefährlich schlagen.
Sein berühmtester Rekord ist die Bilanz von 49 Siegen und keiner Niederlage, darunter 43 Knockouts. Marciano trat 1956 als ungeschlagener Champion zurück.
Jahrzehntelang galten seine 49 Siege ohne Niederlage als eine der berühmtesten Zahlen des Boxsports. Floyd Mayweather erreichte später 50–0, dennoch bleibt Marcianos ungeschlagene Schwergewichtskarriere ein außergewöhnliches Kapitel der Sportgeschichte.
Was einen großen Boxer ausmacht
Weltmeistertitel allein reichen nicht aus, um die besten Boxer verschiedener Generationen zu vergleichen. Auch die Qualität der Gegner spielt eine entscheidende Rolle.
Ali musste sich beispielsweise mit Foreman, Frazier, Liston und Norton messen. Durán stand mit Leonard, Hagler und Hearns im Ring. Pacquiao traf auf mehrere Generationen hochklassiger Champions. Solche Gegnerlisten geben einem Rekord zusätzlichen historischen Wert.
Ebenso wichtig sind technische Fähigkeiten. Mayweather baute seinen Erfolg auf Defensive und Kontrolle auf, Tyson auf Explosivität und Druck. Robinson konnte nahezu alle Bereiche miteinander verbinden, während Armstrong seine Gegner mit einer außergewöhnlichen Arbeitsrate überforderte.
Gerade diese Unterschiede zeigen, warum es schwierig ist, einen einzigen Kampfstil als den besten zu bezeichnen.
Die größten Rekorde
Mehrere Boxer dieser Auswahl besitzen Rekorde, die ihre historische Stellung erklären. Joe Louis verteidigte seine Weltmeisterschaft 25-mal in Folge. Mike Tyson wurde mit 20 Jahren und 145 Tagen jüngster Schwergewichts-Champion.
Henry Armstrong hielt Weltmeisterschaften in drei Gewichtsklassen gleichzeitig. Manny Pacquiao gewann Titel in acht Gewichtsklassen, während Mayweather seine Profikarriere mit 50–0 abschloss.
Auch Marcianos 49–0, Chávez’ langer ungeschlagener Lauf und Robinsons außergewöhnliche Anzahl an Kämpfen zeigen, wie verschieden sportliche Größe aussehen kann.
Manche Champions dominierten eine Gewichtsklasse über viele Jahre, während andere durch zahlreiche Klassen wechselten und dort jeweils Weltklassegegner besiegten. Genau deshalb sollte ein historischer Vergleich niemals nur auf einer einzigen Statistik beruhen.
Leben außerhalb des Rings
Auch außerhalb des Rings entwickelten diese Boxer völlig unterschiedliche Profile. Ali wurde zum gesellschaftlichen und politischen Symbol. Pacquiao ging in die philippinische Politik und war unter anderem Senator.
Mayweather machte aus seinem Namen eine globale Geschäfts- und Unterhaltungsmarke. Tyson wechselte nach einer turbulenten Karriere zunehmend in Medien und Entertainment.
Ihre familiären Hintergründe waren ebenfalls sehr unterschiedlich. Mayweather wuchs beispielsweise in einer ausgesprochenen Boxerfamilie auf und wurde von seinem Vater sowie später seinem Onkel Roger trainiert.
Andere wie Pacquiao oder Durán kamen aus armen Verhältnissen und nutzten den Boxsport als Möglichkeit für sozialen Aufstieg. Solche Lebensgeschichten erklären einen Teil der besonderen Verbindung, die viele Fans zu diesen Sportlern entwickelten.
Wer war der Beste?
Wer der beste Boxer aller Zeiten war, hängt stark von den gewählten Kriterien ab. Wer historische Bedeutung, Gegner und Einfluss besonders hoch bewertet, wird oft bei Muhammad Ali landen.
Wer technische Vollständigkeit unabhängig vom Gewicht sucht, nennt häufig Sugar Ray Robinson. Wer Wert auf eine makellose Profibilanz legt, kommt an Floyd Mayweather kaum vorbei.
Und wer Erfolge über viele Gewichtsklassen hinweg betrachtet, findet in Manny Pacquiao einen außergewöhnlichen Kandidaten.
Muhammad Ali besitzt wahrscheinlich die größte Mischung aus sportlicher Leistung, historischen Kämpfen, Persönlichkeit und gesellschaftlicher Bedeutung. Robinson wiederum gilt unter vielen Boxkennern als technisch noch vollständiger.
Eine endgültige Antwort kann es deshalb nicht geben – und genau diese Diskussion macht den Vergleich der größten Boxer verschiedener Generationen so interessant.
FAQs
Wer gilt als bester Boxer aller Zeiten?
Muhammad Ali und Sugar Ray Robinson werden besonders häufig genannt. Ali überzeugte durch Erfolge, Persönlichkeit und Einfluss, während Robinson für seine außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten bekannt war.
Welcher Boxer blieb während seiner Profikarriere ungeschlagen?
Floyd Mayweather Jr. beendete seine Karriere mit 50 Siegen und keiner Niederlage. Rocky Marciano blieb ebenfalls ungeschlagen und trat mit einer Bilanz von 49–0 zurück.
Wer war der jüngste Schwergewichts-Weltmeister?
Mike Tyson wurde 1986 im Alter von 20 Jahren und 145 Tagen Schwergewichts-Weltmeister und stellte damit einen historischen Rekord auf.
Welcher Boxer gewann Titel in den meisten Gewichtsklassen?
Manny Pacquiao gewann große Weltmeistertitel in acht verschiedenen Gewichtsklassen. Diese Leistung macht ihn zu einer der außergewöhnlichsten Figuren der Boxgeschichte.
Warum ist Muhammad Ali so berühmt?
Muhammad Ali war nicht nur ein erfolgreicher Schwergewichts-Champion. Seine legendären Kämpfe, sein besonderer Boxstil und sein gesellschaftlicher Einfluss machten ihn weltweit bekannt.
Fazit
Die 10 besten Boxer der Welt verbindet vor allem eines: Jeder von ihnen hat etwas erreicht, das selbst unter Weltklasseathleten außergewöhnlich ist.
Muhammad Ali veränderte die Wahrnehmung des Schwergewichts, Sugar Ray Robinson wurde zum Maßstab für Pound-for-Pound-Größe, Joe Louis dominierte über Jahre, Mayweather blieb ungeschlagen und Pacquiao eroberte Titel in einer bis dahin unerreichten Zahl von Gewichtsklassen.
Roberto Durán, Mike Tyson, Henry Armstrong, Julio César Chávez und Rocky Marciano ergänzen diese Liste mit völlig unterschiedlichen Qualitäten.
Manche lebten von Technik, andere von Druck, Schlagkraft, Ausdauer oder außergewöhnlichem Kampfgeist. Gerade diese Vielfalt zeigt, warum Boxgeschichte nicht auf einen einzigen Rekord reduziert werden kann.
Die größten Champions werden nicht nur wegen ihrer Zahlen erinnert, sondern wegen der Kämpfe und Geschichten, mit denen sie ganze Generationen geprägt haben.

